Funktion
Magnesium ist ein lebensnotwendiges Mineral, das natürlicherweise im Körper und in der Nahrung vorkommt. Es ist für viele Prozesse im Körper verantwortlich, unter anderem für die Proteinsynthese, den Knochenaufbau, die Blutdruckregulierung, die Nervenfunktion und die elektrische Leitfähigkeit des Herzens.
Magnesium ist ein Co-Faktor für über 300 biochemischen Reaktionen. Es ist wichtig für die Proteinsynthese, die Nerven- und Muskelfunktion, das Knochenwachstum, die Blutdruck- und Blutzuckerregulierung sowie den normalen Herzrhythmus. Ein durchschnittlicher Erwachsener verfügt über etwa 22 bis 26 Gramm Magnesium. Etwa 60 % der Gesamtmenge sind in den Knochen gespeichert, 39 % intrazellulär und nur 1 % in freier oder ionisierter aktiver Form in den Blutgefäßen. Magnesium ist außerdem am Natrium-, Kalium- und Kalziumstoffwechsel beteiligt. Die Magnesiumhomöostase hängt von der Nieren- und Dünndarmfunktion sowie der Speicherung in Knochen und Zellen ab.
Mangel
Magnesiummangel (Mg) wird mit vielen chronischen Erkrankungen in Verbindung gebracht, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, kardiovaskuläre Risikofaktoren und Diabetes. Mg-Mangel wird jedoch in der ambulanten Gesundheitsversorgung häufig nicht diagnostiziert und nicht erkannt.
Derzeit nehmen etwa 60 % der Erwachsenen aufgrund moderner Lebensmittelverarbeitungs- und Ernährungspraktiken, Medikamente sowie moderner Landwirtschafts- und Anbautechniken nicht genügend Magnesium über die Nahrung auf. Anzeichen und Symptome eines Magnesiummangels sind zahlreich, unspezifisch und weit verbreitet.
Toxizität
Magnesiumtoxizität wird häufig durch die Überdosierung magnesiumhaltiger Medikamente oder eine unzureichende Ausscheidung von Magnesium über die Nieren verursacht. Eine frühzeitige Erkennung und ein hoher Verdachtsindex sind entscheidend für die Diagnose einer Magnesiumtoxizität, bevor Komplikationen wie Hypotonie, Atemlähmung und Herzstillstand auftreten.
Magnesium wird über die Nieren ausgeschieden, daher sind Patienten mit chronischer Nierenerkrankung besonders gefährdet. Die Magnesiumausscheidung ist jedoch nur beeinträchtigt, wenn die Kreatinin-Clearance unter 30 ml/Minute fällt. Bei Dialysepatienten kann der Magnesiumspiegel schnell ansteigen, wenn Behandlungen versäumt werden. Zudem ist die Magnesiumkonzentration in den Zellen viel höher als im Plasma. Patienten unter Krebsbehandlung mit hoher zellulärer Hämolyse gefährdet. Schließlich besteht auch bei Frauen, die eine Präeklampsie-Behandlung erhalten, aufgrund der hohen Dosierung, die zur Vorbeugung von Krampfanfällen erforderlich ist, das Risiko einer Magnesiumvergiftung. Die Identifizierung der Ursachen einer Magnesiumvergiftung – sei es durch Überabsorption oder Untersekretion – ist entscheidend, um Patienten mit einem Risiko für eine Magnesiumvergiftung zu identifizieren und zukünftigen Vergiftungen vorzubeugen.
Diagnose:
Im Allgemeinen wird der Magnesiumspiegel im Serum zur Bestimmung des Magnesiumstatus eines Patienten herangezogen. Serummagnesium spiegelt den extrazellulären Magnesiumspiegel wider. Bekannt ist, dass Magnesium vorwiegend intrazellulär vorkommt und im Blut drei Fraktionen vorhanden sind: freies ionisiertes (60–70 %), proteingebundenes (20–30 %) und komplexiertes Magnesium (5–10 %). Der durchschnittliche Gesamtmagnesiumspeicher des Körpers beträgt 25 g. Es verteilt sich auf Knochen (50 %), Muskeln (27 %), Weichteile (19 %), Erythrozyten (0,5 %) und Serum (0,3 %). Der Serumspiegel stellt somit einen geringen Prozentsatz der Gesamtmenge im Körper dar und kann nicht als zuverlässiger Biomarker für den Gesamtmagnesiumstatus angesehen werden.
Vollblut zeigt die intra- und extrazellulären Werte. Der Urin zeigt, wie viel ausgeschieden wird. Haare und anderes Körpergewebe reflektieren Gewebespeicherungen.
Referenzen:
Weitere Informationen:
Magnesium: Vorkommen, Wirkung und täglicher Bedarf
Ausgewählte Fragen und Antworten zu Magnesium | DGE