Die Wirkung toxischer Metalle auf die Tiergesundheit

Die potentielle Toxizität der Metalle und deren Auswirkung auf die Gesundheit von Tieren wird in Lehrbüchern kaum behandelt. Dabei könnte, nicht nur auf Grund der zunehmenden Umweltproblematik, die Diagnostik und Therapie von Metall-verursachten Beschwerden bei Heim- oder Weidetieren einen wichtigen Aspekt in der täglichen Praxis für Veterinärmediziner und Tierheilpraktiker einnehmen. Noch dazu könnten allein durch die Wahrnehmung dieser aktuellen Themen einfache Maßnahmen wie z.B eine artgerechte, individuelle Fütterung und Supplementation den Tierhaltern viel Stress und Kosten ersparen. 

Der Veterinärmediziner und Toxikologe Dr. Ramesh C. Gupta, Professor des Departments of Pharmacology and Toxicology, University of Louisville School of Medicine befasst sich u.a. mit der Pharmakokinetik und Toxikokinetik der Metalle. Er betont in seinen Schriften, dass der Einfluss toxischer Metalle auf die Gesundheit von Tieren nicht ausreichend erforscht ist, wenngleich bekannt ist, dass sich eine hohe Belastung folgender toxischer Metalle auf die Fertilität der Tiere auswirkt, wie z.B.:

  • Kadmium: ischämische Nekrose des Hodens
  • Chrom: Vermindertes Testosteron; ↓ Spermaanzahl
  • Blei: Vermindertes Testosteron; ↓ Spermaanzahl; ↓ Befruchtungsraten
  • Quecksilber: Verminderte Spermienqualität

Gupta betont, dass Blei und Cadmium allgegenwärtige Schwermetalle sind, die sowohl mit testikulärer Toxizität als auch mit beeinträchtigter Fruchtbarkeit bei einer Reihe von Tierarten in Verbindung gebracht werden.

So kann Cadmium den zellulären Stoffwechsel von Zink beeinträchtigen, einem essentiellen Spurenelement, das für die normale Fortpflanzungsfunktion notwendig ist. Zusätzlich zur Cadmiumbelastung kann eine Zinkmangelernährung das Tier anfälliger für die toxischen Effekte von Cadmium machen (Akinloye et al., 2006). Eine Vorbehandlung mit Zink, so wurde berichtet, reduziert die cadmiuminduzierte Leydig-Zell-Zytotoxizität und Neoplasie bei männlichen Tieren. (Thomas, 1995). Die wichtigste Funktion der Leydig-Zellen ist die Testosteronsynthese.

Die Eierstöcke scheinen weniger empfindlich gegenüber den toxischen Auswirkungen der Metalle zu sein als Hoden. Allerdings scheint Cadmium die Freisetzung des Follikelstimulierenden Hormons  (FSH) sowie des luteinisierenden Hormons (LH) in den Eierstöcken zu hemmen. (Hoyer, 2006).

Goldbehandlungen bei Haustieren können angeborene Fehlbildungen verursachen.1975 begann der amerikanische Tierarzt Dr. Terry Durkes aus Marion, Indiana, Hüftdysplasien bei Hunden mit Goldimplantaten zu behandeln.[1] In Europa wandte ab etwa 1988 der dänische Tierarzt Dr. Jens Klitsgaard aus Aalborg die Goldimplantation an Hunden und Katzen an, bei dem 1994 als erster deutscher Tierarzt Ralf Schweda aus Sibbesse (Hildesheim) die Anwendung der Therapie erlernte und in Deutschland einführte. Mittlerweile ist die Methode bei Haustieren (besonders Hunde, Katzen, Pferde) weit verbreitet und wurde bisher einige Zigtausend Male angewandt.

Zudem soll die Chemotherapie-Behandlung mit Cisplatin C embryotoxisch oder nephrotoxisch wirken und Fehlbildungen bei ungeborenen Tieren verursachen.

Weiterhin kann eine zu hohe Kobaltaussetzung potenziell die normale Spermatogenese stören, und schwere Kobalt-Intoxikationen haben Hodenprobleme zur Folge (Thomas, 1995). Chrom und Vanadium wurden ebenfalls mit nachteiligen reproduktiven Effekten in Verbindung gebracht (Thomas und Thomas, 2001).

Aluminium (Al) ist das Leichtmetall, das von der Human- wie auch der Veterinärmedizin noch wenig verstanden wird. Allerdings deuten Tierstudien darauf hin, dass sich Al im Gehirn anreichert und bevorzugt im Hippocampus verteilt wird, der Region, die für das Gedächtnis und die Alzheimer-Krankheit am wichtigsten ist. Der Hippocampus kann etwa 32-mal mehr Al enthalten als die Hirnrinde und das Kleinhirn. Tierstudien deuten außerdem darauf hin, dass Al die Plazenta passieren und sich im Fötus anreichern kann.

Für weitere Informationen: service@microtrace.de